Stötznerschule - kurzer geschichtlicher Abriss

Viele Sonderschulen (früher "Hilfsschulen", heute meist "Förderschulen" genannt) entstanden mit der Zunahme der Industriealisierung und Bevölkerungsentwicklung auch im Ruhrgebiet. So wurde bereits um das Jahr 1910 die "östliche Hilfsschule" im heutigen Schuleinzugsbereich der Stötznerschule gegründet

Nach der völligen Zerstörung des vorbildlich eingerichteten Schulgebäudes in der Dieckerstr. 81 (heute Schulgrundstück der Johannesschule und der Astrid-Lindgren-Schule) im Zweiten Weltkrieg und der damit verbundenen Schulraumnot wurden die Schüler der östlichen Hilfsschule auf verschiedene Schulgebäude, z. B. die Falkenstein-, Marien- und Knappenschule verteilt.

1947 erhält die östliche Hilfsschule erstmals wieder zwei eigene Klassenräume in der Knappenschule, Knappenstraße 123, für 93 Schüler.
1950 kamen ein weiterer Klassenraum an der Dellwiger Schule und 1955 drei weitere Klassenräume an der Lipperschule hinzu.

Um den Namen "Hilfsschule" nach außen nicht mehr in Erscheinung treten zu lassen, wird die "östliche Hilfsschule" im Jahr 1950 in "Sternschule" (nach dem Psychologen William Stern) umbenannt. Erst ab dem Jahr 1959 zeichnete sich in unserem Schuleinzugsbereich im Oberhausener Osten im Hinblick auf die Schulraumnot vorübergehend eine gewisse Entspannung ab:
Eine nach modernsten Erkenntnissen neu erbaute Schule im Grünen, die Sternschule, wurde auf der Uhlandstraße 35 eingeweiht. (Schulleiter von 1946 - 1964: Herr Reiner Beuth; von 1964 - 1982: Frau Ursula Schmidt)
In diesem Schulgebäude ist heute die Knappengrundschule untergebracht.

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts nahm die Schülerzahl an den Oberhausener Sonderschulen weiter rapide zu, so dass auch im Oberhausener Osten wieder neuer Schulraum geschaffen werden musste. (Ende der 60er Jahre gab es in Oberhausen 9 Schulen für Lernbehinderte: Herderschule, Fröbelschule, Kernschule, Comeniusschule, Salzmannschule, Mörikeschule, Sailerschule, Sternschule und Stötznerschule.)

Bei der Umsetzung der Schulreform (Umwandlung der Volksschulen in Grund- und Hauptschulen) erhielten auch die Schüler im Oberhausener Osten - die Sternschule platzte mit 295 Schülern aus allen Nähten - endlich angemessene Unterrichtsräume. 1967 wurden zunächst 6 Schulklassen der Sternschule unter Zuordnung zur Salzmannschule im Schulgebäude der Schladschule untergebracht. Die vorläufig als "Salzmannschule II" bezeichnete neue Sonderschule erhielt nach dem Einzug (1968) in das Schulgebäude der ehem. Lipperschule, Liebknechtsraße 115, den Namen "Stötznerschule". (Schulleiter 1968 - 1982: Frau Hanne Kaiser; 1983 - 2005:  Herr Udo Jacob)

Mit dem Rückgang der Schülerzahlen Anfang der 80er Jahre wurde zum 01.08.1983 die Sternschule mit der Stötznerschule unter dem Namen "Stötznerschule" zusammengelegt. Bis zum sog. "Ringtausch" im Jahr 1991 waren die Schüler der Stötznerschule dann in zwei verschiedenen Gebäuden (Hauptstelle Liebknechtstraße 115 und Dependance Uhlandstraße 35) untergebracht.

Der weitere Rückgang der Schülerzahlen vor allem im Hauptschulbereich führte zum Auslaufen der Hauptschule Schlad, so dass die Stötznerschule 1991 in dieses mit erheblichen Aufwand von  2,2 Millionen DM sonderschulgerecht umgebaute und renovierte Gebäude in der Schladstraße 26 einziehen konnte. Nach dem Neubau einer modernen Sporthalle mit umfangreicher psychomotorischer Geräteausstattung, der Anlage eines Schulgartens mit Biotop und der kindgerechten Umgestaltung unseres Schulhofes mit Pausenhalle verfügt die Stötznerschule nunmehr über optimale äußere Bedingungen.

Damit schloss sich nach etwa 80 Jahren der Kreis: Die lern- behinderten Schüler aus dem Oberhausener Osten sind endlich wieder in einem gut ausgestatteten Schulgebäude in der Nähe ihres alten Standorts (Dieckerstraße 81) untergebracht.

Oberhausen, den 01.09.2004               gez. Udo Jacob